Keimzeit am 18.01.2019 im Alten Theater in Magdeburg

»Albertine, du bist so jung und doch so unfassbar von gestern«

Seit über 30 Jahren tourt die Deutschrockband Keimzeit nun schon durch das Land. Besondere Beliebtheit und eine treue Fangemeinde gewannen Keimzeit schon während ihrer Anfangsjahre – zum einen durch ihre poetischen Texte, die so manchem aus der Seele sprachen, und zum anderen durch die Fülle an Livekonzerten und die spürbare Spielfreude der Band. Dieses hat Keimzeit eindrucksvoll auf vielen Tourneen bewiesen.
Die Suche nach der Geliebten wird für Marcel, Erzähler und Hauptfigur des Romans, zur Passion und zum Protokoll seines Seelenlebens. Einblicke in die tiefere Gefühlswelt gewährt auch das zweite Studio- Album des Keimzeit Akustik Quintetts. Der Tonträger trägt daher nicht ohne Grund den Namen der verschwundenen weiblichen Romanfigur »Albertine«, einer Figur, die wie ein Mysterium für das Gestern und Heute zugleich steht. »Es war für mich unglaublich spannend zu erkennen, dass viele Gedanken, Gefühlswelten und Ereignisse aus dem Proust Romanzyklus »Auf der Suche nach der verlorenen Zeit«, der Anfang des 20. Jahrhunderts erschien, heute noch genauso aktuell sind wie damals«, er- klärt Sänger und Hauptschreiber Norbert Leisegang.
»Das hat mich inspiriert den Song »Albertine« zu schreiben. Am Ende zieht sich diese Erkenntnis wie ein Leitmotiv durch das ganze Album.«
Das Keimzeit Akustik Quintett macht ernst. Erst nur als Seitenprojekt zufällig durch einen Auftritt bei einem Polterabend gegründet, ist nun mit »Albertine« ein Album entstanden, das vieles, was die Songs von Keimzeit und Norbert Leisegang seit je her auszeichnet, konzentriert überträgt. Die Musik des Keimzeit Akustik Quintetts ist dabei, wie der Name schon vermuten lässt, akustisch geprägt. Die festen Mitglieder der Band sind Norbert Leisegang (Gitarre und Ge- sang), Gabriele Kienast (Geige, Gesang), Norberts Bruder Hartmut Leisegang am Bass, Christian Schwechheimer (Schlagzeug, Percussion, Gesang) sowie Multi-Instrumentalist Martin Weigel (Gitarre, Banjo, Piano und Gesang). Ein Großteil der Band spielt mittlerweile schon seit 2010 zusammen. Der Sound ist in der Klangwelt der 60er und 70er verwurzelt. Alles ist handgemacht und auf dialektische Art modern-anachronistisch. »Unser Sound darf gefällig sein, muss er aber nicht. Wir machen Popmusik ohne uns zu verbiegen«, erläutert Leisegang sein musikalisches Credo.

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